Wegen der Corona-Pandemie und der Einschränkungen des sozialen Lebens
musste das Konzert leider abgesagt werden.

Sonntag, 22. März 2020, 17:00 Uhr
Gewandhaus-Quartett in St. Walburga


v. r. n. l.: Frank-Michael Erben, Yun Jin Cho, Anton Jivaev und Jürnjakob Timm

Freunde der Konzertreihe fermata musica dürfen sich auf ein außergewöhnliches Konzert freuen:am Sonntag, den 22. März 2020 um 17:00 Uhr gastiert das Gewandhaus-Quartett in der St. Walburga
Kirche in Hausberge. Auf dem Programm stehen die Streichquartette a-moll op.13 und e-moll op. 44 Nr.2 von Felix Mendelssohn Bartholdy und das Streichquartett Es-Dur op. 74 "Harfenquartett" von Ludwig van Beethoven.

Felix Mendelssohn Bartholdy und das damalige Gewandhaus-Quartett verband eine enge künstlerische Freundschaft. Der Komponist wirkte in über 50 Konzerten des Gewandhaus-Quartetts mit, oft am Flügel, aber auch an der 2.Bratsche in der Aufführung seines berühmten Oktetts. Mehrere seiner Streichquartette wurden vom Gewandhaus-Quartett uraufgeführt. 
Dies gilt ebenso für das Streichquartett Es-Dur op.74, das sogenannte "Harfenquartett" von L.v. Beethoven. Seit einigen Jahren erst konnte man die Uraufführung dieses Werkes im Jahre 1811 dem Gewandhaus-Quartett zuordnen. Das Gewandhaus-Quartett ist eine der wenigen Formationen, welche den Zyklus aller 18 Streichquartette des Bonner Meisters weltweit in 6 aufeinander folgenden Abenden präsentiert.

Die Geburtsstunde des Gewandhaus-Quartetts schlug im Jahr 1808, als der Violinist August Matthäi mit drei weiteren Musikern des Gewandhausorchesters Quartettabende zu veranstalten begann. Somit kann das Gewandhaus-Quartett heute auf eine Geschichte von mehr als 200 Jahren zurück blicken, denn es setzte seine Tätigkeit – sich von Generation zu Generation erneuernd und immer wieder verjüngend – ohne Unterbrechung bis zur Gegenwart fort. Es ist eines der ältesten Streichquartettensembles der Welt und mit Sicherheit das einzige, das einen so langen Zeitraum überdauert hat. Aktuell musiziert das Ensemble in der Besetzung Frank-Michael Erben, Yun Jin Cho, Anton Jivaev und Jürnjakob Timm.

Neben den Auftritten im eigenen Haus konzertierte das Gewandhaus-Quartett mit großem Erfolg auf Kammermusikfestivals in vielen Ländern Europas, in Japan, den USA und Südamerika. In Privataudienz gaben die vier Musiker Konzerte vor dem japanischen Kaiser Akihito und dem britischen Thronfolger Prinz Charles, Bundespräsident Roman Herzog begleiteten sie auf seinem Staatsbesuch in Argentinien, mit der japanischen Fernsehgesellschaft NHK entstanden Filmproduktionen klassischer Musik. Im Juni 2006 gastierten sie, von einem Kamerateam des MDR begleitet, auf Einladung des spanischen Königs Juan Carlos in Madrid und gaben im Palacio Real ein Konzert mit einem im Jahr 1709 von Antonio Stradivari gebauten Instrumentenquartett aus dem Besitz des spanischen Königshauses. 2016 erfolgte eine Wiedereinladung durch den spanischen Palast. Immer wieder musiziert das Gewandhaus-Quartett auch mit namhaften Solisten, unter ihnen YoYo Ma, Julian Rachlin, Sabine Meyer, Elisabeth Leonskaja, Alfred Brendel, Menahem Pressler, Rudolf Buchbinder, Lars Vogt oder Alfredo Perl. Damit setzt es eine gute Tradition fort – gehörten doch zu seinen Partnern einst Künstler wie Clara Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Max Reger und Arthur Nikisch, um nur einige zu nennen.

Seit Anfang seines Bestehens setzt sich das Gewandhaus-Quartett für die Musik seiner Zeitgenossen ein. In der Vergangenheit wurden Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Max Bruch, Antonín Dvořák, Max Reger und Ferruccio Busoni, in jüngerer Zeit von Olav Kröger, Günter Kochan, Ermano Maggini, Dietmar Hallmann und Günter Neubert uraufgeführt. Auch der langen Reihe von Plattenaufnahmen des Gewandhaus-Quartetts konnte das Ensemble wertvolle Neuerscheinungen hinzufügen. Die Aufnahme der späten Quartette von Beethoven wurde von der Zeitschrift „Klassik heute“ als „maßstabsetzende Interpretation“ und das Gewandhaus-Quartett als „eine der besten Quartettvereinigungen der Welt“ bezeichnet. Das gesamte Streichquartettwerk Beethovens liegt in einer attraktiven 10-CD-Box vor. Diese Edition, die erste Gesamteinspielung von Beethovens Streichquartettwerk in der Geschichte des Gewandhaus-Quartetts, wurde 2004 mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Kammermusik ausgezeichnet. Die Aufnahme der drei Streichquartette op. 76 Nr. 2-4 von Joseph Haydn wurde vom Sender „Bayern 4 Klassik“ mit der Auszeichnung „Hörempfehlung“ prämiert. Weiterhin erschienen Aufnahmen mit Streichquartetten von Schumann und Mendelssohn, die das Gewandhaus-Quartettseinerzeit zur Uraufführung brachte. Anlässlich seines 200. Geburtstages brachte das Ensemble ein Album mit Live-Aufnahmen heraus, darunter eine historische Aufnahme von 1928. Zum 200. Geburtstag Felix Mendelssohn Bartholdys erschien das komplette Streichquartettwerk des Komponisten. Seit 2012 ist das Gewandhaus-Quartett Ehrenmitglied des Vereins der Freunde des Beethoven-Hauses Bonn. Dem Gewandhaus-Quartett wurde im September 2014 der „Internationale Mendelssohn-Preis “ der Stadt Leipzig, in der Kategorie Musik, verliehen.

 

Karten (Erwachsene 15 Euro, Schüler und Studenten 10 Euro) sind ab Anfang März im Vorverkauf in der Buchhandlung Peetz, Porta Westfalica Hausberge, Am Marktbrunnen, in der Buchhandlung Otto in Minden, Großer Domhof 9, sowie an der Abendkasse erhältlich.

Sie können sich Karten reservieren lassen, wenn Sie das untenstehende Formular ausfüllen.
Die Karten werden bis 15 Minuten vor Beginn des Konzertes an der Abendkasse für Sie bereit gehalten.

 

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fermata musica, St. Walburga Porta Westfalica, Christiane Pesendorfer